Wer dich erniedrigen kann, ohne dich zu schlagen, ist stärker als jeder, der ein Schwert hält.“

Malcanthet, Königin der Succubi

 


Dritter Leeretag von Mortis, 126 HR

Nach dem Kampf gegen die Nagas war es nicht mehr zu weiteren Zwischenfällen gekommen. Knapp zwei Stunden hatten sie noch durch die staubige Savanne zurücklegen müssen, und Morânia war froh, dass sie - alle außer Kiyoshi und Sekhemkare - mit einem Schutzzauber gegen die drückende Hitze belegt waren. Andernfalls wären sie vollkommen erschöpft an ihrem Ziel angekommen. Der Kampf gegen die dunklen Nagas war anstrengend genug gewesen. Sie sprachen wenig auf dem weiteren Weg, nur das Knirschen des Sandes unter ihren Füßen und der gelegentliche Ruf eines Vogels durchbrachen die Stille. Als dann der Opal-Tränen-Palast immer näher rückte, konnten sie erkennen, dass er von Palmen und saftigem Gras umgeben war. Er lag im Zentrum einer Oase, die inmitten des allgegenwärtigen Goldes der Savanne wie ein grünes Juwel wirkte. Als sie sich den ersten Palmen näherten, empfing sie ein Hauch von kühler, feuchter Luft und der Duft von blühenden Pflanzen, reifem Obst und feuchter Erde strömte ihnen entgegen.

„Was für eine Wohltat“, stellte Sgillin lächelnd fest.

Ihm und Ambar, den beiden Naturverbundensten in der Gruppe, war dieser Ort natürlich besonders willkommen. Doch auch alle anderen atmeten erleichtert auf. Auch wenn die Zauber sie vor den erschöpfenden Auswirkungen der Hitze geschützt hatten, die Wärme war dennoch spürbar gewesen, begleitet von dem Wissen, wie unbarmherzig die Sonne ohne die dünne magische Barriere auf sie herab brennen würde. Der Wüstenwind hatte ihnen unablässig kleine Sandkörner über die Haut geblasen, die Luft war unangenehm staubig und trocken gewesen. Doch nun breitete sich vor ihnen ein grüner Teppich aus, durchsetzt von Palmen und blühenden Sträuchern. Ein kristallklarer See glitzerte in der Mitte der Oase wie flüssiges Silber im Sonnenlicht. Vögel zwitscherten in den Bäumen, Insekten summten in den Blumenkelchen, und das Plätschern des Wassers vermischte sich mit dem sanften Murmeln des Windes. Der Kontrast zu der kargen Savanne war so extrem, dass es fast unwirklich erschien.

Und doch wussten sie alle, dass dies kein Ort der Erholung und der Freude war – nicht für sie, nicht in diesem Moment. Denn die Oase stellte auch gleichsam das Ziel einer Wanderung in den Schlund einer giftigen Schlange dar. So blieben sie trotz der Schönheit der Umgebung wachsam, ja kampfbereit. Ihre Blicke wanderten zu dem verlassenen Palast, der sich unweit des Wassers erhob, ein Zeugnis vergangener Pracht, das nun dem Verfall anheimgegeben war. Die Mauern, einst strahlend weiß und mit bunten Mosaiken verziert, waren von der Zeit gezeichnet und vom Wind der Savanne, der sogar diesen Ort erreichte. Der ständige Luftzug, der feinkörnigen Sand mit sich führte, hatte sich in den Stein gefressen und die kunstvollen Reliefs in schwer erkennbare Formen verwandelt. Das Wasser der Oase hatte jedoch gleichzeitig dafür gesorgt, dass Kletterpflanzen die Mauern und Säulen umarmten, über die Bögen und Fenster krochen und dichte grüne Vorhänge bildeten, die Teile des Palastes verbargen und andere in ein geheimnisvolles Halbdunkel tauchten. Doch trotz seines Verfalls strahlte der Ort eine Aura der Würde aus.

 


 

Sarin, der Seite an Seite mit Faith ging, ließ seinen Blick über die alten Mauern schweifen. „Ein beeindruckendes Bauwerk“, stellte er fest. „Auch jetzt noch, im Zustand des Verfalls. Würden nur keine Tanar'Ri in seinem Inneren lauern ...“

Mallin brummte missvergnügt. „Hoffen wir, dass sie keine weiteren Spielchen mit uns treiben wollen. Aber wir sollten dennoch vorsichtig sein.“ Wie um seine Worte zu unterstreichen, zog er sein Schwert und ging dann auf den Eingang zu.

Sarin folgte ihm, gleichfalls mit gezogenen Säbeln, Faith zu seiner Rechten, Kiyoshi zu seiner Linken. Der hinter ihnen gehende Terrance studierte die alten Mauern des Opal-Tränen-Palastes aufmerksam, Jana dicht an seiner Seite. Naghûl und Sekhemkare reihten sich neben ihnen ein, während Morânia gemeinsam mit Ambar und Sgillin die Nachhut bildete. Der Haupteingang wurde von zwei riesigen Schlangenstatuen bewacht, in deren Augen sich wohl einst wertvolle Edelsteine befunden hatten. Doch Plünderer hatten diese offenbar schon vor langer Zeit herausgebrochen. Geschnitzte Holztüren mit goldenen Beschlägen hingen nun schief in ihren Angeln, ihre Oberfläche von Rissen übersät. Der Spalt zwischen den beiden Türflügeln war so breit, dass selbst Mallin mühelos hindurchgehen konnte, ohne das Tor weiter öffnen zu müssen.

Wachsam und vorsichtig traten sie durch das einst prächtige Portal in die Eingangshalle des Palastes. Auf den teilweise zerbrochenen Fliesen lagen Trümmer verstreut – zersplitterte Glasvasen, Überreste von einst wundervollen Holzmöbeln und zerfledderte Teppiche. Die Farben der Wandfresken waren verblasst, die Geschichten, die sie einst erzählt hatten, nun fast unleserlich. Doch noch immer konnte man vier- und sechsarmige Nagas erkennen, im Kampf gegen Mantikore oder bei der Anbetung von Shekinester. Hier und da blitzte sogar noch ein Hauch der vergangenen Pracht auf – ein intakter Mosaikstein, ein goldenes Ornament, das im Sonnenlicht glänzte, ein kunstvoll geschnitztes Kapitell, das den Jahrhunderten getrotzt hatte. Nahe des Eingangs wucherten Gras und Gestrüpp zwischen den zersprungenen Fliesen und in der Mitte der Halle befand sich ein Brunnen, flankiert von zwei steinernen Naga-Statuen. Doch die einstige Pracht war verblasst. Die Statuen waren von Moos und Flechten überzogen, der Brunnen ausgetrocknet und mit Blättern und Schlamm gefüllt. Fasziniert blickte Morânia sich um. Trotz des Verfalls lag eine eigentümliche Schönheit über dem Ort, eine melancholische Würde, die sich aus dem Zusammenspiel von Natur und Zerstörung ergab. Sie hatten nicht nur einen verlassenen Palast betreten, sondern ein Stück Geschichte, eine Geschichte von Aufstieg und Fall, von Pracht und Verfall, geschrieben in Stein und lebendem Grün.

Als sie sich dem Brunnen bis auf wenige Schritte genähert hatten, vernahmen sie ein knarzendes Geräusch, das sie innehalten ließ. Am anderen Ende der großen Halle öffnete sich eine Tür, auch diese aus geschnitztem Holz, aber im Gegensatz zum Eingangsportal noch intakt. Hindurch traten mehrere Tanar'Ri: zwei ziegenartige Bulezau, zwei Kelvezu mit tiefroter Haut, ein Cambion, eine Alu und ein Glabrezu. Morânia spürte, wie sich beim Anblick des Glabrezu ihre Hand unwillkürlich ein wenig fester um den Schwertgriff schloss. Der vierarmige Dämon mit dem gehörnten Hundekopf war etwa dreieinhalb Meter groß und passte kaum durch die Tür. Die oberen, mächtigeren Arme endeten in spitzen Scheren, die unteren in klauen-bewehrten Händen. Die Anwesenheit eines Glabrezu machte unmissverständlich klar, dass Rotschleier es ernst meinte und dass sie nicht versuchen sollten, hier irgendwelche Dummheiten zu machen. Morânia nahm deutlich wahr, wie auch alle anderen in der Gruppe sich anspannten.

An der Spitze der sieben Tanar'Ri schritt ein Succubus. Es war jedoch nicht die Herrin von Bruchstein selbst, sondern offenbar eine ihrer Dienerinnen. Rabenschwarzes Haar floss über ihre elfenbeinerne Haut, rote Schwingen spannten sich hinter ihrem Rücken auf und dunkle, goldbestickte Seidenstoffe umflossen ihre Rundungen. Sie war wahrscheinlich jünger als Rotschleier und nicht so mächtig, aber sie blieb ein Succubus und ihre Schönheit war dämonisch und lockend zugleich. Wie immer, wenn sie mit der Abyss oder Tanar'Ri in Kontakt war, spürte Morânia das Erbe ihrer Großmutter mit deren Gegenwart resonieren. Ihre ansonsten stabile innere Balance sprach nicht gut darauf an, sie fühlte sich impulsiver, reizbarer. Naghûl, der dies nur allzu gut wusste, legte ihr beruhigend eine Hand auf den Arm. Dankbar nickte sie ihm zu. Sie war froh, dass ihr Mann ohne jedes Wort verstand, wie es in ihrem Inneren aussah. Die Succubus kam nun hüftschwingend näher, während die anderen Dämonen ein Stück zurückblieben. Es entging Morânia nicht, dass Kiyoshi und Sgillin sie fasziniert anstarrten – so groß ihre Feindschaft den Tanar'Ri gegenüber auch war, so schwer war es doch, sich der Ausstrahlung dieser dämonischen Verführerinnen zu entziehen.

Die Succubus jedoch interessierte sich eindeutig nur für einen der anwesenden Männer. „Bundmeister Sarin.“ Sie lächelte ihn kokett an, als sie auf ihn zutrat. „Es ist so wundervoll, dass Ihr hier seid.“

„Ja“, erwiderte der Paladin trocken. „Ich freue mich auch ungeheuer.“ Noch gelang es ihm, bemerkenswert ungerührt zu bleiben beim Anblick der reizvollen Dämonin. Der Segen von Iomedae und seine Erfahrungen im Umgang mit Tanar'Ri halfen ihm hier gewiss. Doch dies war noch nicht Rotschleier selbst, nur eine ihrer Dienerinnen …

Der Blick der Succubus wanderte nun zu den beiden Säbeln in Sarins Hand, dann zu Mallins gezogenem Schwert, zu Morânias Klinge und Kiyoshis Naginata. „Aber was muss ich sehen?“, erklärte sie in tadelndem Tonfall. „Mit gezogenen Waffen kommt Ihr hier hereingestürmt? So wird das aber nichts werden, unser kleiner Tausch.“

Mallin knurrte gereizt. „Dass wir unweit dieser Tore angegriffen wurden, hat ein wenig zu diesem Auftritt beigetragen.“

„Angegriffen?“ Die Succubus legte in einer übertriebenen Geste beide Hände ans Herz. „Ach nein, wie schrecklich. Das bedaure ich aber sehr.“

„Ja, bestimmt“, erwiderte Sarin finster, scheidete dann aber seine Säbel, und auch die anderen steckten ihre Waffen weg. „Fühlt Ihr Euch besser?“

„Bedeutend!“ Die Dämonin zwinkerte ihm zu und sah dann zu Faith, die an Sarins Seite stand. Sie ließ ihren Blick langsam, ja anzüglich an ihr herabgleiten.

Sarins Frau bewahrte ihrerseits bewundernswerte Selbstbeherrschung. Sie erwiderte den Blick der Succubus fest und lächelte ihr zu, mit einer so kühlen Höflichkeit, dass ihre Verachtung unverkennbar war.

Sarins Unmut, als die Dämonin Faith ins Auge fasste, war deutlich zu erkennen. „Gut, wollen wir dann?“, unterbrach er das Schauspiel barsch. „Ich würde das gerne hinter mich bringen.“

„Ts, ts.“ Die Succubus hob tadelnd den Zeigefinger. „Bei allem Respekt, Bundmeister, aber so staubig und verschwitzt wie Ihr seid, kann ich Euch unmöglich zu meiner Herrin vorlassen.“

„Und was stellt Ihr Euch vor?“, fragte der Paladin sarkastisch. „Soll ich erst noch ein Bad nehmen?“

Ein hintergründiges Lächeln erschien auf den Lippen der Dämonin. „Ihr könnt meine Gedanken lesen, Herr! Ja, Ihr nehmt ein Bad und kleidet Euch frisch ein, ehe Ihr in den Genuss der Zuwendung meiner Herrin kommt. Es ist bereits alles vorbereitet.“

Ein ungläubiges Schweigen legte sich ob dieser Forderung über den Raum. Sarins Begleiter warfen einander beunruhigte Blicke zu und der Bundmeister des Harmoniums vergrub mit einem Seufzen das Gesicht in den Händen.

„Das reicht“, erwiderte Mallin schroff. „Auf so einen Blödsinn lassen wir uns nicht ein.“

An sich hatte er Recht. In dieser Umgebung ein Bad zu nehmen, war für Sarin durchaus riskant, es konnte alles mögliche dabei passieren. Doch war Morânia sicher, die Tanar'Ri würden nicht so einfach von ihrem Ansinnen abweichen.

Die Succubus seufzte denn auch übertrieben dramatisch. „Tja. Dann muss ich wohl mal nach hinten gehen und bitten, dass man einem der Gefangenen ein, zwei Finger abschneidet.“ Sie sah zu Sgillin und Ambar. „Vielleicht Lereia, was meint Ihr?“

Ambar tat unwillkürlich einen Schritt nach vorn und Sgillins Hand wanderte zu seinem Bogen. Naghûl aber hielt seinen Freund zurück und Terrance warf dem Barden einen warnenden Blick zu, schüttelte sacht den Kopf.

„Naaa.“ Mahnend hob die Succubus den Zeigefinger. „Macht nichts Dummes, hm?“

Die beiden Halbelfen hielten inne, doch die Stimmung im Raum war zum Zerreißen gespannt. Morânia musste ihrerseits den Drang unterdrücken, die Hand an den Schwertgriff zu legen und sie konnte sehen, wie Kiyoshis Fäuste sich fester um seine Naginata schlossen. Hinter sich hörte sie Jana leise fluchen. Eine falsche Bewegung, ja ein falsches Wort konnte nun genügen, um alles zum Kippen zu bringen ...

Sarin spürte es offensichtlich und hob beide Hände. „Schluss damit. Also bitte ... Ich bade.“

„Sarin ...“, setzte Mallin an.

Doch der Bundmeister des Harmoniums schnitt ihm mit einer Geste das Wort ab. „Sollen wir jemandem die Finger abschneiden lassen, weil ich mich nicht umziehen will?“

„Das ist doch ein schlechter Witz“, erwiderte der Paladin des Hoar finster.

Sarin seufzte. „Das sind Tanar'Ri, was erwartet Ihr?“

„Na, na“, warf die Succubus ein, gespielt tadelnd, aber eindeutig zufrieden damit, dass Sarin sich den Wünschen ihrer Herrin fügte. Sie deutete zu einer der Türen, die seitlich von der großen Eingangshalle abgingen, wohl um anzudeuten, dass dahinter das Bad vorbereitet war.

Ambar und Sgillin warfen dem Paladin einen dankbaren Blick zu, in dem jedoch auch Sorge stand. Morânia war stillschweigend mit ihnen einig, dass Sarin das Richtige tat, um die Gefangenen zu schützen. Aber sie wusste auch, dass Rotschleier damit einen potentiell gefährlichen Zug gemacht hatte, eine Situation erzeugte, die sie weder einschätzen noch kontrollieren konnten.

Mallin warf der Succubus einen vernichtenden Blick zu. „Aber er geht nicht allein nach hinten. Ich gehe mit.“

„Ähm ...“ Sarin runzelte skeptisch die Stirn bei dieser Ankündigung.

„Meine Güte!“, knurrte Mallin schroff. „Meinetwegen warte ich vor der Tür, aber Ihr geht nicht allein.“

Wäre die Lage nicht so ernst gewesen, hätte Morânia wahrscheinlich über den Wortwechsel zwischen den beiden Männern schmunzeln müssen. Ein kurzer Seitenblick zu ihrem Mann verriet, dass es Naghûl wohl ebenso erging.

„Verzeiht“, meldete sich nun Kiyoshi vorsichtig zu Wort. „Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte?“

Der Blick der Succubus wanderte zu dem drachenblütigen Soldaten. „Darf er das?“

„Er darf.“ Sarin nickte und sah zu Kiyoshi. „Nun?“

„Ehrwürdiger Bundmeister Sarin-gensui.“ Der junge Mann nahm Haltung an, während er seine Überlegung darlegte. „Was haltet Ihr von der Idee, Eure ehrenwerte Frau mit ins Bad zu nehmen und den ehrwürdigen Bundmeister Mallin-heika und mich vor der Tür Wache halten zu lassen?“

Trotz der prekären Situation musste Sarin kurz lächeln. „Von ersterem: sehr viel. Und das zweitere ist wohl eine Notwendigkeit, der ich zustimme.“

Er warf Faith dabei einen fragenden Blick zu und seine Frau nickte sacht zum Zeichen ihrer Zustimmung.

„Ich bin erleichtert“, stellte die Succubus fest. „Meine Herrin hätte mir nie verziehen, hätte ich Euch so zu ihr vorgelassen.“ Sie zwinkerte Sarin zu. „Viel Vergnügen, Herr.“

Sie gab der weiter hinten stehenden Alu ein Zeichen, und die Halbdämonin näherte sich nun der Gruppe und verneigte sich vor dem Bundmeister des Harmoniums. „Bitte folgt mir, Herr. Ich werde Euch zu Eurem Bad führen.“

Es war Sarin deutlich anzumerken, wie wenig begeistert er über die Situation war, doch er bewahrte die Fassung. Ehe er der Alu folgte, wandte er sich nochmals an Mallin und Kiyoshi. „Beim kleinsten Anzeichen, dass etwas verdächtig ist, schlagt Alarm.“

Der junge Soldat nickte ernst. „Wie Ihr befehlt, ehrwürdiger Bundmeister Sarin-gensui.“

Der Paladin sah zu Faith und sie trat entschlossen an seine Seite. Dann folgten sie der Alu in Richtung der Tür, hinter der offenbar das Bad vorbereitet war. Morânia bemerkte, dass Sarin dabei einen kurzen Blick mit Terrance tauschte und der Bundmeister der Athar sacht nickte. Kiyoshi und Mallin folgten Sarin und Faith in kurzem Abstand, der junge Soldat mit gewohnt stoischer Miene, der Bundmeister der Gnadentöter mit in keiner Weise verhohlenem Unmut.

„Ein Narrenspiel ist das hier“, knurrte er finster.

Er hatte nicht Unrecht. Tanar'Ri waren nicht nur böse, sondern auch hoch chaotisch. Daher konnte hinter der Forderung nach dem Bad ebenso gut eine Falle oder ein trickreicher Schachzug stehen wie einfach nur Rotschleiers Launen und Kapriolen, Sarin nach Belieben nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Zudem hatte sie mit Sicherheit ihre Mittel, dieses Bad zu beobachten auch ohne persönlich anwesend zu sein. Vielleicht ging es ihr auch nur um ihre ganz persönliche Befriedigung vor dem Kuss. Gewiss war Sarin sich all dessen ebenso bewusst, und Morânia bewunderte seine Gelassenheit angesichts der Situation. Während die Alu mit den beiden Paladinen, Faith und Kiyoshi hinter einer der Türen auf der linken Seite der Halle verschwand, kehrte die Succubus zu den anderen Tanar'Ri zurück, mit denen sie leise sprach.

Morânias Blick wanderte zu der Tür, hinter der sie nur kurz einen längeren Gang hatte erspähen können. „Es macht mich unruhig, dass wir nicht wissen, wo genau sie nun sind und was da vor sich geht“, flüsterte sie. „Ich finde es verdächtig.“

Sgillin hingegen sah zu den Dämonen hinüber. „Mich beunruhigen eher die zwei noch nicht anwesenden Gefolgsleute von Rotschleier.“ Fast wie unbewusst strich er über die Federn der Pfeile in seinem Köcher.

„Geht mir ebenso“, sagte Ambar leise. „Aber wir greifen nicht ein, ehe nicht offensichtlich ist, dass wir es müssen und es sicher für die Gefangenen ist - oder zumindest eines davon.“ Nachdem die Drohung der Succubus, Lereia die Finger abschneiden zu lassen, den Halbelfen sichtlich aufgewühlt hatte, hatte er nun seine Fassung offenbar wieder gewonnen. Er wirkte ruhig, aber wachsam, wie ein Jäger, der einem Beutetier folgt – in diesem Moment ganz offensichtlich mehr der Waldläufer als der Barde.

Sekhemkare, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte, trat nun neben Terrance und Jana. „Den Erschütterungen des Bodens bei ihren Schritten nach zu urteilen ... ich denke, ich ahne, wohin sie gegangen sind. Wenn wir den Raum wechseln könnten, und zwar zu dem Bereich links der Eingangstür ...“

Terrance folgte dem Blick des Yuan-Ti und schien zu verstehen. Er nickte Sekhemkare zu, dann ging er zu den Tanar'Ri hinüber. Jana zuckte merklich zusammen, als ihr Bundmeister sich alleine den Dämonen näherte. Der Glabrezu zog sogleich geifernd die Lefzen zurück und klackte mit seinen Scheren.

Doch Terrance ließ sich davon nicht beeindrucken. Er beachtete weder den gewaltigen Hundedämon noch die Bulezau, die Kelvezu oder den Cambion. Stattdessen wandte er sich an die Succubus. „Wir brauchen kurz einen Raum“, erklärte er sachlich. „Allein.“

Ein wenig überrumpelt sah die Dämonin ihn an. „Ähm … wie bitte? Und wozu?“

„Zum Beten natürlich“, erwiderte Terrance, so als sei es die natürlichste Sache der Welt.

Morânia musste trotz der ernsten Lage schmunzeln. Dass gerade der Bundmeister der Athar eine solche Forderung stellte, war in der Tat skurril und die Verwirrung der Succubus daher durchaus nachvollziehbar. Deutlich überfordert mit der so selbstverständlich vorgetragenen Anfrage des Hohepriesters tauschte sie einen kurzen Blick mit dem Cambion. Der wirkte aber ebenso ratlos und hob nur die Schultern. Gut, dachte Morânia bei sich. Rotschleier hatte sie alle mit der Forderung nach dem Bad in eine gewisse Unruhe versetzt. Zeit, die Karte zurück zu spielen.

„Wir werden nur beten, meditieren und uns vorbereiten“, erklärte Terrance ruhig.

„Also bitte“, warf nun Ambar ein, der ebenfalls ein Stück auf die versammelten Tanar'Ri zugegangen war. „Ihr verlangt ja auch, dass Sarin badet. Dann lasst uns zumindest beten.“

„Ihr spinnt doch alle“, erwiderte die Succubus, nun eher genervt als verwirrt. „Na, von mir aus. Aber nur bis das Bad beendet ist!“

„Danke“, antwortete Terrance. „Es ist doch recht, wenn wir den Raum dort hinten nehmen?“ Er deutete zu einer der Türen auf der linken Seite der Halle, unweit des Eingangs, zu der Sekhemkare kurz zuvor geblickt hatte. Dann ging er ohne eine Antwort abzuwarten hinüber.

Die Succubus setzte an, etwas zu sagen, winkte dann aber ab. Offenbar genügte es ihr, dass sie Rotschleiers Forderung nach dem Bad durchgesetzt hatte und sie wollte keine weitere Auseinandersetzung suchen. Sekhemkare folgte Terrance und Ambar, die zu dem genannten Raum hinübergingen und Morânia, Naghûl, Sgillin und Jana schlossen sich ihnen rasch an. Auch diese Tür war intakt, gab jedoch ein langgezogenes Quietschen von sich, als Terrance die Klinke drückte und sie öffnete. Dahinter führte ein Gang geradeaus, wie Morânia es auch hinter der anderen Tür erspäht hatte. Nach etwa zwanzig Schritten endete er an einer weiteren Tür, die in einen fast quadratischen Raum führte, deutlich kleiner als die Eingangshalle. Das Parkett, mit dem er einst ausgelegt worden war, hatte viele Löcher und Risse bekommen und außer ein paar zerbrochenen Tonkrügen und einem zerfallenen Tisch war nichts Auffälliges oder Interessantes zu sehen. Jana, die als letzte eingetreten war, zog behutsam die Tür hinter sich zu, während der Bundmeister der Athar bis in die Mitte des Raumes ging und sich umsah. Obgleich Morânia dem Morgenfürsten folgte und Terrance die Verehrung der Götter ablehnte, empfand die Bal'aasi seine Anwesenheit als beruhigend. Er war wie ein Fels in der Brandung, ein Symbol für die unerschütterliche Macht des Großen Unbekannten, gewiss, aber zugleich auch eine verlässliche Stütze für alle Anwesenden, egal welchem Glauben sie folgten.

Nun wandte er sich dem Yuan-Ti zu, auf dessen Veranlassung hin sie den Raum aufgesucht hatten. „Und nun?“

„Wenn ich mich nicht sehr täusche …“ Sekhemkare stand für einige Sekunden völlig still, geradezu wie erstarrt. Dann nickte er. „Ja. Ich spüre Erschütterungen des Bodens hinter dieser Wand. Ich glaube, dort sind sie.“

„Das ist faszinierend, Sekhemkare“, meinte Ambar mit einem Stirnrunzeln. „Aber ... was hilft uns das?“

Die gespaltene Zunge des Yuan-Ti schnellte zwischen seinen Lippen hervor. „Ihr sagtet, Ihr seid beunruhigt, weil wir nicht wissen, was bei Sarin gerade passiert. Wir könnten einen Blick durch die Wand werfen.“

„Wie das?“, fragte Morânia erstaunt.

Sekhemkare zog die Mundwinkel ein Stück zurück – es war das erste Mal, dass die Bal'aasi ihn lächeln sah. „Mit der Hilfe eines Seelenfetzens.“

Naghûl hob beeindruckt die Brauen, aber Sgillin musterte den Yuan-Ti skeptisch. „Euch ist klar, dass Ihr dort eventuell Sarins Gemahlin unbekleidet seht?“

„Das bezweifle ich stark“, erwiderte Ambar. „Ich denke nicht, dass Faith hier badet, wenn sie es nicht zwingend muss.“

„Ich stimme Euch zu, Bundmeister“, meinte Naghûl. „Außerdem: Lieber Sarins Gemahlin unbekleidet sehen und vergewissert sein, dass alles in Ordnung ist, als dass sie in Gefahr sind und wir wissen es nicht.“

„Also, ich schau da nicht rein“, stellte Sgillin entschieden klar.

Morânia lächelte. Der Halbelf hatte offenbar einigen Respekt davor, wie Sarin reagieren könnte, wenn er erfuhr dass er Faith beim Baden gesehen hatte. Doch im Moment hatte der Paladin gewiss andere Sorgen. Zudem teilte die Bal'aasi Ambars Einschätzung, dass Faith hier nicht baden würde, so lange man sie nicht dazu zwang.

Terrance schien es ähnlich zu sehen. “Tut es“, sagte er zu Sekhemkare. „Wenn Faith tatsächlich unbekleidet sein sollte, drehen wir uns alle um und nur Morânia und Jana passen auf. Wenn Sarin alleine badet, dann schauen nur Morânia und Jana weg. Und Ambar …“ Er lachte etwas. „Ambar schaut in jedem Fall weg.“

„Das könnte Euch so passen“, erwiderte der Barde mit einem Schmunzeln.

Dass Terrance die angespannte Lage durch ein wenig Humor auflockerte, tat offenbar allen gut. Sgillin und Jana lachten ein wenig und Naghûl stieß Morânia scherzhaft an.

„Ich bin sowieso ansehnlicher“, stellte er mit einem Zwinkern fest.

Die Bal'aasi grinste. „Bist du sicher?“

Ihr Mann schnitt eine gespielt empörte Grimasse, dann wandten sie sich gespannt Sekhemkare zu. Der Yuan-Ti starrte auf die Wand, hinter der er Sarin und Faith vermutete und seine gespaltene Zunge schnellte kurz hervor. Was genau er tat, um einen Seelenfetzen, wie er es nannte, zu rufen, erschloss sich Morânia nicht. Weder sprach er noch vollführte er eine Geste – es schien sich auf einer rein geistigen Ebene abzuspielen. Er trat dicht an die Wand heran und legte seine Hand darauf. Dann verfiel er in eine plötzliche Starre und seine Augen spiegelten wie Glas. Fasziniert beobachtete Morânia, wie die Wand immer mehr an Substanz zu verlieren schien, bis sie schließlich durchsichtig wurde. Sie gab nun den Blick auf einen Raum frei, in dessen Boden ein steinernes Becken eingelassen war. Es war mit Wasser befüllt, den aufsteigenden Dampfschwaden nach zu urteilen mit warmem Wasser. Sarin befand sich bereits in dem Bassin, das offenbar tief genug war, dass ihm das Wasser fast bis zu den Schlüsselbeinen reichte. Faith stand daneben, vollständig bekleidet, wie Ambar richtig vermutet hatte.

 


 

„Ähm … können sie uns sehen?“, fragte Jana alarmiert.

„Nein“, zischelte Sekhemkare. „Die Wand ist nur in diese eine Richtung durchsichtig.“

Die Hexenmeisterin nickte erleichtert und blickte dann gespannt auf die Szene im angrenzenden Raum. Da der Bundmeister bis zur Brust im Wasser stand, sah sie wohl ebenso wie die Bal'aasi keinen Anlass, sich umzudrehen. Beim Blick auf Sarins Schultern und Oberarme war Morânia sich so gut wie sicher, dass Rotschleier die Szene ebenso beobachtete. Sie hatte dieses Bad gewiss nicht erzwungen, um sich den Anblick dann entgehen zu lassen … Gewiss wusste Sarin dies auch und für einen kurzen Moment fragte die Bal'aasi sich, ob die Anwesenheit seiner Frau die Sache besser oder schlimmer machte. Faith wollte offenbar gerade etwas zu ihrem Mann sagen, als sich eine der beiden Türen des Raumes öffnete und die Alu wieder eintrat. Überrascht stellte Morânia fest, dass sie das Quietschen der Tür dabei hören konnte. Offenbar war die transparente Wand auch für Töne durchlässig.

Faith warf der Alu einen abweisenden Blick zu. „Lasst uns bitte allein.“

„Das ist aber nicht nett“, erwiderte die Halbdämonin grinsend und schlenderte näher zu dem Bassin. „Ich will doch nur sichergehen, dass es Euch hier an nichts fehlt.“

Als Sarin sich zu ihr umdrehte, konnte Morânia die Narben sehen, die sich kreuz und quer über seine Schultern zogen und unter der Wasseroberfläche verschwanden, wo sie sich auf seinem Rücken fortsetzten. Sie schluckte ein wenig. Als langjährige Einwohnerin von Sigil wusste sie natürlich, woher diese Narben stammten. Die meisten Käfigbewohner wussten das.

Der Paladin näherte sich dem Beckenrand, wo die Alu stand und stützte beide Ellbogen darauf ab. „Raus“, sagte er ruhig, und der übertrieben freundliche Tonfall seiner Stimme hätte der Alu Warnung genug sein sollen.

Doch offenbar konnte sie ihrer Natur nicht widerstehen und trat stattdessen noch ein wenig näher heran. „Kommt schon.“ Sie zwinkerte ihm zu. „Ich komme auch rein und helfe Euch ...“

Sarin seufzte und griff mit einer nassen Hand nach ihrem Knöchel. Sie sah ihn überrascht an und lächelte erwartungsvoll ... doch dann zuckten weiße Blitze positiver Energie um die Finger des Paladins.

„Autsch!“ Mit einem empörten Aufschrei hüpfte die Alu vom Beckenrand zurück.

Sarin deutete wortlos zur Tür.

„Pff.“ Die Halbdämonin zog einen Schmollmund. „Paladine … Spielverderber.“ Doch sie gewann rasch Abstand von dem Becken und verschwand dann wieder durch die Tür, die sie geräuschvoll hinter sich schloss.

Morânia hörte Sgillin neben sich leise lachen. Nachdem Sarins Gemahlin nicht im Bad war, beobachtete er die Szene natürlich auch.

Auch Faith schien erheitert zu sein. „Wenn es nicht so ernst wäre, fände ich das gerade noch viel amüsanter“, erklärte sie, als ihr Mann sich wieder zu ihr umwandte.

Sarin seufzte einmal mehr. „Ja, ich wünschte auch, wir könnten einfach darüber lachen. … Hast du es?“

Sie nickte, griff in eine Tasche ihrer Robe und zog eine Phiole mit grüner Flüssigkeit hervor, die sie ihrem Mann ins Bad hinunter reichte. Morânia wusste, worum es sich handelte. Sarin hatte Erin und Rhys vor der Abreise über seine und Terrances Pläne ins Bild gesetzt, und ihre Bundmeisterin hatte sie ebenso darüber informiert wie Erin es bei Naghûl getan hatte. So unangenehm das Thema Sarin auch gewesen war, hatte er es doch für sinnvoll und wichtig erachtet, dass alle Teilnehmer der Mission genau Bescheid wussten, was geplant war.

Nun nahm der Paladin die Phiole entgegen und öffnete sie. Er setzte an, den Inhalt zu trinken, hielt aber noch einmal inne und blickte zu seiner Frau auf. „Das ist wirklich in Ordnung für dich, ja?“

Faith lächelte. „Du hast mir schon die Zwillinge angehängt, weil du dein Pulver nicht genommen hast.“

Morânia biss sich auf die Lippen, teils erstaunt, teils peinlich berührt. Derartig private Details aus dem Leben des Bundmeisterpaares zu erfahren, noch dazu ohne deren Wissen, war ebenso faszinierend wie es sich unangemessen anfühlte. Sie sah, wie Sgillin neben ihr die Augen aufriss.

Sarin im anderen Raum schmunzelte auf diese Bemerkung seiner Frau hin ein wenig ertappt. „Sag es mir nur“, erwiderte er.

Sie spritzte mit dem Fuß ein wenig Wasser zu ihm hinüber, dann wurde sie wieder ernster. „Ja, es ist in Ordnung, khaladi“, versicherte sie. „Trink es.“

Sarin nickte und leerte dann die Phiole. Fast im selben Moment wurde die Wand wieder undurchsichtig und blockierte den Blick in den angrenzenden Raum.

„Länger kann ich es leider noch nicht“, erklärte Sekhemkare.

„War doch sehr aufschlussreich“, meinte Sgillin zufrieden.

„Das finde ich auch“, stimmte Naghûl zu. „Pulver vergessen ... so so.“

Morânia stieß ihren Mann kurz tadelnd an, mit einem Blick, der klar machte, dass er sich derartige Kommentare in der Gegenwart anderer Bundmeister verkneifen sollte. Innerlich jedoch musste auch sie ein wenig lächeln.

Terrance blieb ruhig und sachlich wie immer. „Ich denke, wir können – zumindest vorerst – beruhigt sein“, stellte er fest. „Rotschleier will offenbar wirklich nur, dass Sarin so bei ihr erscheint, wie sie es sich vorstellt.“

Ambar nickte. „Dann gehen wir lieber wieder nach vorne, ehe die nervös werden, weil wir so lange ... beten.“

Der Bundmeister der Athar schmunzelte auf den Kommentar seines langjährigen Freundes hin und öffnete dann die Tür, um sich wieder in die Eingangshalle zu begeben.

„Höchst interessant mit dem Pulver ...“, murmelte Sgillin auf dem Weg nach draußen. „Wo bekommt man das her?“

Es amüsierte Morânia ein wenig, dass Sgillin dieses in Sigil beliebte und verbreitete Mittel nicht kannte. „Na, auf dem Markt. Oder in einer Apotheke.“

„Gut zu wissen“, meinte der Halbelf.

„Sgillin kennt nur Keltereien“, neckte Naghûl seinen Freund. „Und Brauereien.“

Als sie wieder in die große Halle kamen, standen die acht Tanar'Ri nach wie vor dicht beieinander in der Nähe des Brunnens. Auch die Alu hatte sich wieder zu ihnen gesellt und rieb sich ab und an fluchend den linken Knöchel.

Die Succubus drehte sich zu ihnen um, als sie das Quietschen der Tür vernahm. „Fertig gebetet?“, fragte sie spöttisch.

„Halbwegs“, erwiderte Terrance gelassen.

Die Dämonin schüttelte abfällig den Kopf. „Wie schön für Euch. Aber jetzt gibt es keine merkwürdigen Sonderwünsche mehr. Es wird jetzt hier gewartet, bis Bundmeister Sarin bereit ist, meiner Herrin zu Willen zu sein.“

Morânia spürte, wie die Wortwahl der Succubus sie in Wut versetzte. Umso mehr, weil sie zutreffend war und sie alle ohnmächtig, etwas dagegen zu unternehmen. Rotschleier hatte ihre Freunde und so schien Sarin keine Wahl zu bleiben, als sich den Wünschen der Herrin von Bruchstein zu fügen. Alle anderen empfanden wohl ähnlich, und so erwiderte niemand etwas auf die provokanten Worte der Dämonin. Stattdessen sahen sie zu der Tür, von der sie wussten, dass Sarin dahinter nicht nur das geforderte Bad nahm, sondern auch das Mondwinden-Elixier getrunken hatte. Morânia schickte ein stummes Gebet zu Lathander, dass es seine Wirkung tun mochte.

 

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gespielt am 8. Mai 2013 


 

 

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