„Was geht, ist nicht verloren. Es verändert nur seinen Ort.“
planares Sprichwort
Vierter Leeretag von Mortis, 126 HR
Rakalla stand an einer der Werkbänke in ihrem Labor und das Licht fiel gedämpft durch schmale Fenster, brach sich im Glas der sorgfältig beschrifteten Phiolen, die jedes freie Regalbrett füllten. Krixxi und Figaro waren anwesend, Haer'Dalis, ihre neue Freundin Síkhara – und zur Überraschung der Medusa auch die Dekuria des Harmoniums. Die Halbelfe Amariel, mit der gemeinsam sie die Schattenräuber aufgespürt und zur Strecke gebracht hatten. Ihr Vorgesetzter, der beeindruckende Leonin Runako Feuerherz, hatte ihr tatsächlich gestattet, die Zusammenarbeit noch fortzusetzen, um herauszufinden, wie man den Opfern der Diebstähle ihre Schatten und auch die daran geknüpften Seelenfragmente wieder zurückgeben konnte. Rakalla musste zugeben, dass sie erstaunt gewesen war. Sie hatte einem Präfekten der Dickschädel nicht so viel Pragmatismus zugetraut. Doch offenbar hatte er es ehrlich gemeint, als er gesagt hatte, es würde etwas bedeuten, dass sie gemeinsam Blut vergossen und ihr Leben riskiert hatten.
Natürlich, hatte Krixxi fröhlich gemeint. Er ist ein Paladin. Und ein Leonin! Also, dagegen kann keiner was sagen. Die Goblinfrau schien ein gewisses Faible für Paladine zu haben und hatte dies auf Rakallas Nachfrage hin mit jemandem namens Kanoro begründet. Dieser war wohl ebenfalls ein Leonin-Paladin und Krixxi schien äußerst große Stücke auf ihn zu halten. Manchmal beneidete die Medusa die Xaositektin um ihre unbekümmerte Art. Obgleich Mitglied eines Bundes von Sigil, schien Krixxi meist einfach das Individuum zu sehen und zu beurteilen, nicht die Bundzugehörigkeit, die Philosophie, die Gesinnung oder den Glauben einer Person. Und in gewisser Weise machte sie das freier als die meisten Bewohner von Sigil. Es war eine verlockende Idee, ein reizvoller Gedanke – und doch gelang es Rakalla nicht wirklich, ihn zu teilen. Sie misstraute anderen durchaus aufgrund ihrer Bundwahl. Den meisten Dickschädeln zum Beispiel. Doch selbst sie musste zugeben, dass Síkhara klug entschieden hatte, Amariel zu vertrauen. Alleine hätten sie die arroganten Erleuchteten nicht zur Strecke bringen und ihnen das Handwerk legen können. So hatten sie nun die Möglichkeit, das angerichtete Unrecht wieder gut zu machen. Rakalla fand durchaus Gefallen an der Entropie, ansonsten wäre sie kein Mitglied der Schicksalsgarde geworden. Doch trotz ihres Namens in der Prophezeiung war sie keine Zerstörerin, sondern eine Beobachterin und der Schatten- und Seelenraub der Erleuchteten ging in ihren Augen zu weit. Dies war ein künstliches Beschleunigen der Entropie, das ihr und auch Haer'Dalis nicht gefallen hatte.
Nun lag einer der Kristalle vor ihr auf dem Tisch, die sie aus dem nun zerstörten Tempel geborgen hatten. Sein Inneres glomm nur schwach, als hätte das Seelenfragment darin gelernt, sich still zu halten. Haer'Dalis stand mit verschränkten Armen neben ihr und musterte den Kristall so intensiv, als könne er ihm allein dadurch den gestohlenen Schatten entreißen. Gegenüber hielt Amariel ein dünnes Buch in den Händen, dessen Seiten voller handschriftlicher Notizen waren, ergänzt mit Anmerkungen in mehreren Tintenfarben. Krixxi saß auf einem Hocker, die Beine baumelnd, und ließ eine kleine Linse zwischen den Fingern kreisen, während Figaro auf der Werkbank stand und leise mit den Krallen seines mechanischen Beines auf das Holz trommelte. Síkhara lehnte ein Stück entfernt mit verschränkten Armen an der Wand und sah aus dem Fenster, wachsam wie immer.
Behutsam nahm Rakalla den vor ihr liegenden Kristall zwischen Daumen und Zeigefinger. Er war weder groß noch besonders klar, dieser eine. Seine Oberfläche war von feinen Einschlüssen durchzogen, winzige Unregelmäßigkeiten, die im Schein der Lichtkristalle aufflackerten und wieder erloschen. Es hatte etwa eine Woche gedauert, um herauszufinden, wie sie die eingesperrten Schatten aus den Kristallsplittern befreien konnten. Und es war eine sehr intensive Woche gewesen, in der sie alle wenig geschlafen und gegessen hatten. Gemeinsam mit Haer'Dalis und Amariel hatte Rakalla alte Schriften zu Rate gezogen, obskure Abhandlungen durchforstet, arkane wie auch alchemistische Handbücher und Enzyklopädien nach Informationen durchsucht. Die Archive des Harmoniums hatten dabei mehr hergegeben, als die Medusa erwartet hatte, und Amariels Kenntnisse als Gesalbte Ritterin hatten sich als durchaus wertvoll erwiesen. Die Halbelfe hatte Verweise auf Weihehandlungen gefunden, die mit Bindung zu tun hatten. Diese Erkenntnis hatte einen entscheidenden Hinweis gegeben. Krixxi und Figaro wiederum hatten mit einer ihrer Apparaturen wichtige Zusammenhänge zwischen der Struktur der Kristalle und deren Resonanz erkannt. Am Ende hatten sie verstanden, was die Erleuchteten getan hatten. Die Kristalle waren keine Gefängnisse, wie anfangs angenommen. Zumindest nicht auf Dauer gedachte. Sie waren eine Art Anker, der die Schatten lediglich für eine Weile halten sollte, Speicher, um etwas temporär zu konservieren und dann weiterzugeben. Die Erleuchteten hatten in dem alten Tempel einige der Kristalle angezapft, um die Schatten-Monstrosität zu erschaffen. Doch Rakalla vermutete, dass dies nicht der eigentliche Zweck gewesen war, warum sie die Schatten gestohlen hatten. All ihre Nachforschungen hatten sie schließlich zu der Überzeugung gebracht, dass die Schatten den Weg zurück zu ihren Besitzern finden würden, wenn man sie freiließ. Die Seelenfragmente jedoch? Das war eine andere Frage.
Rakalla legte den Kristall behutsam auf den Tisch zurück. „Also“, sagte sie. „Wir sind uns einig?“
„Wir lassen den Schatten aus dem Kristall frei“, bestätigte Amariel. „Jedoch ohne den Kristall zu zerstören. Wir öffnen ihn.“
„Und wir brechen ab, sobald sich etwas falsch anfühlt“, fügte Figaro hinzu.
Krixxi nickte, ungewöhnlich ruhig und ernsthaft. „So machen wir es.“
Als klar war, dass alle ihr Einverständnis gaben, ging Haer'Dalis zu Síkhara hinüber. „Er sollte gleich kommen, oder?“
„Ja, es ist fast so weit“, erwiderte die Blutjägerin. „Ich treffe mich mit ihm dort drüben, bei der geschlossenen Schusterei.“
Sie sprach von dem Githzerai Zramag, jenem Zeichner, der sie ursprünglich mit der Suche nach seinem gestohlenen Schatten beauftragt hatte. Der Plan war, den Schatten aus dem Kristall freizulassen, während Zramag sich draußen mit Síkhara traf. Währenddessen würde Haer'Dalis vom Fenster aus beobachten, ob er den Schatten zu seinem Eigentümer zurückkehren sah. Die Blutjägerin warf einen letzten Blick zurück zu Rakalla, dann öffnete sie die Tür und trat hinaus in die schmale Gasse vor dem Labor. Die Geräusche der Stadt drangen gedämpft herein, Stimmen, Schritte, das ferne Klirren von Metall, das Flügelflattern eines Imps – Sigil, wie es immer war, unbeirrt von dem, was gleich geschehen würde.
Rakalla wartete, bis Síkhara die Tür wieder geschlossen hatte, atmete tief ein und wandte sie sich dann dem Kristall zu. Sie spürte, wie sich die Stille im Raum verändert hatte, als würden alle unbewusst den Atem anhalten.
„Gut“, sagte sie entschlossen. „Dann fangen wir an.“
Amariel nickte und warf noch einen Blick in das Buch. Sie wirkte ruhig, aber Rakalla kannte diesen Blick inzwischen: Die Halbelfe war aufmerksam und bereit, zu reagieren, sollte etwas schiefgehen. Krixxi rutschte von dem weiter entfernt stehenden Hocker herunter und kletterte auf einen Stuhl, der sich direkt neben der Werkbank befand. Sie justierte sorgsam einen Apparat mit mehreren Linsen, die das Licht auf spezielle Weise bündeln und zu dem Splitter leiten würden. Dann gab sie Figaro ein Zeichen, und der Hahn aktivierte einen violetten Lichtkristall. Die oberste Linse fing die Strahlen ein, leitete sie weiter zur nächsten, und diese wiederum zu einer anderen. Mit jeder Linse wurde das Licht mehr gebündelt, intensiver in seiner Farbe, dichter, fokussierter.
Krixxi justierte nochmals eine der Linsen nach. „Jetzt sieht’s gut aus. Der Strahl ist stabil und der Kristall reagiert nicht abwehrend.“
Rakalla nickte und hob den Splitter nun vorsichtig mit einer kleinen Zange an. Für einen Moment schien er schwerer zu werden, als würde er nicht hergeben wollen, was er gefangen hielt. Doch vielleicht war das auch nur Einbildung. Die Medusa atmete tief durch, nahm den vertrauten Geruch von Metall, Glas und alchemistischen Substanzen in ihrem Labor wahr, das Knistern der Lampe hinter ihr, das leise Atmen der anderen. Amariel schob rasch eine flache Schale mit einer bläulichen Flüssigkeit unter den Kristall und Rakalla legte ihn wieder ab. Es handelte sich um eine Lösung aus weißem Perlenstaub, Geisterlilien-Extrakt und Couatl-Tränen, die den Kristall empfänglicher für den bevorstehenden Prozess machen sollte. Amariel hatte dies durch ihre Nachforschungen in Erfahrung gebracht und auch die seltenen Zutaten besorgt. Rakalla musste zugeben, es war durchaus hilfreich gewesen, eine Gesalbte Ritterin zu dem Vorhaben hinzuzuziehen. Sobald der Kristallsplitter von der Lösung benetzt wurde, begann er bläulich zu schimmern.
Die Medusa sah zu dem am Fenster lehnenden Haer'Dalis hinüber. „Ist der Githzerai schon da?“
„Er ist gerade gekommen“, bestätigte der Barde. „Síkhara hat ihn begrüßt und redet jetzt mit ihm. Der Gute wirkt ein wenig … angespannt.“
„Kein Wunder“, murmelte Amariel. „Dann hoffen wir, dass er jetzt gleich zurückbekommt, was ihm gestohlen wurde.“
Rakalla nickte, dann träufelte sie ihre eigene alchemistische Lösung auf den Kristall, eine Mischung aus Mantikorgift und Gehenna-Distelöl. Fast im selben Moment schob Krixxi eine weitere Linse vor den gebündelten Lichtstrahl. Und tatsächlich, der Kristall reagierte. Ein kaum hörbares Knistern erfüllte den Raum, als würde Glas unter Wasser brechen. Der violette Lichtstrahl verlor kurz an Schärfe, als hätte jemand den Fokus verschoben. Figaro richtete eine der Linsen neu aus, um den Lichtstrahl zu stabilisieren. Erneut erfüllte ein leises Knacken den Raum, so sanft, dass es eher wie ein Atemzug klang.
„Es scheint zu funktionieren“, sagte Amariel leise.
Rakalla nickte zustimmend. Durch die speziell präparierte Lupe, mit der sie den Splitter beobachtete, sah sie den Widerstand in der Struktur des Kristalls schwinden. Sie wusste, dass dies der Punkt war, an dem die Erleuchteten angesetzt hatten. Aber die Schattenräuber hatten etwas gebunden. Sie wollten etwas freilassen.
„Síkhara und Zramag scheinen jetzt abzuwarten“, meldete Haer'Dalis vom Fenster her. „Sie stehen ruhig nebeneinander, reden aber nicht.“
Die Medusa träufelte vorsichtig noch ein klein wenig mehr von ihrer Lösung über den Kristall und Krixxi schob eine letzte Linse an ihren Platz. Dann glühte der Splitter auf und ein erneutes Knistern war zu hören. Etwas löste sich aus seinem Inneren, nicht ruckartig oder abrupt, sondern fließend, fast wie Tinte, die sich im Wasser verteilt. Der gestohlene Schatten. Erst war er formlos, eine wabernde, an den Rändern zerfasernde Wolke. Doch dann nahm er allmählich Gestalt an, eine humanoide Form mit Kopf, zwei Armen und zwei Beinen, dünn, fast hager. Einen Herzschlag lang stand der Schatten frei im Raum, eine Silhouette ohne Träger, und Rakalla befürchtete schon, er würde angreifen, wie es auch die anderen Schatten getan hatten.
Doch zu ihrer aller Erleichterung glitt er in Richtung Fenster. Haer'Dalis trat rasch ein Stück zur Seite, öffnete aber nicht, um nicht die Aufmerksamkeit des Githzerai draußen zu erregen. Für Schatten, das wussten sie inzwischen, waren geschlossene Fenster kein Hindernis. Rakalla jedoch beobachtete noch etwas anderes … Das zusammen mit dem Schatten in dem Kristall gefangene Seelenfragment löste sich ebenso. Mit ihrer besonderen Gabe, die sie laut der Prophezeiung zur Zerstörerin machte, konnte die Medusa dies wahrnehmen. Seelen nahmen für sie die Form von schwarzen, weißen und grauen Silhouetten an, und dieses kleine Fragment hatte die Gestalt einer Pflanze. Sie schien Efeu nicht unähnlich zu sein, soweit Rakalla das erkennen konnte: kleine, zackige Blätter, scharfkantig an den Rändern, wie winzige Scherenschnitte.
„Ich sehe es“, flüsterte sie. „Das Seelenfragment. Es wandert ebenfalls in Richtung Straße, genau wie der Schatten.“ Sie umrundete die Werkbank und trat vorsichtig näher ans Fenster, um einen Blick hinaus werfen zu können, sorgsam darauf achtend, dem Schatten sowie dem Seelenstück nicht zu nahe zu kommen.
Draußen stand Síkhara dem Githzerai gegenüber. Die Gasse war schmal, der Himmel nur ein grauer Streifen zwischen den Mauern. Zramags Schatten glitt auf ihn zu, nicht hastig, sondern wie etwas, das lange fort gewesen war und nun den Weg nach Hause fand. Der Zeichner schien es nicht zu sehen, denn er stand mit dem Rücken zu Rakallas Labor, aber am Blick der Blutjägerin erkannte die Medusa, dass sie es sehr wohl bemerkte. Der Schatten glitt lautlos an Zramags Seite und blieb dann stehen, still und wieder bewegungslos. Im selben Moment atmete der Githzerai scharf ein. Seine Hände zitterten, und als er sie hob und betrachtete, erkannte er, dass sie wieder einen Schatten warfen. Gewiss zum ersten Mal seit langer Zeit. Er schloss die Augen. Dann öffnete er sie wieder und sagte etwas zu Síkhara, griff in einer Geste des Dankes nach ihrer Hand.
Rakalla jedoch fokussierte sich auf das, was nur sie sehen konnte: das Seelenfragment. Es wanderte ebenfalls auf die Straße hinaus, durch das geschlossene Fenster hindurch, genau wie der Schatten. Doch die Spur aus grauen Efeublatt-Silhouetten ging nicht zu Zramag. Stattdessen schwebte sie an ihm vorbei, die Gasse hinunter in Richtung der Waffenkammer. Bald konnte Rakalla sie nicht mehr wahrnehmen. Also kehrten die Schatten zurück, die Seelenfragmente jedoch nicht … Doch der Githzerai schien es nicht zu bemerken. Er wirkte glücklich, seinen Schatten wiederzuhaben und überreichte Síkhara ein kleines Beutelchen – gewiss die Bezahlung für den erfolgreich abgeschlossenen Auftrag. Die Medusa sah sich nach dem Kristall auf der Werkbank um. Nur ein feiner Schimmer schwebte noch darüber, der nach und nach verblasste. Was blieb, war Stille. Rakalla musterte den verglühenden Splitter und wusste, dass sie heute nichts repariert hatten. Aber sie hatten etwas freigelassen, das niemals hätte gehalten werden sollen. Das musste genügen.
Draußen verabschiedete sich Síkhara von Zramag. Er lächelte, als er in die nächste Gasse einbog und sein Schatten sich mit ihm bewegte. Die Blutjägerin blickte ihm kurz nach, dann wandte sie sich um und ging zurück zum Labor. Als sie wieder eintrat, sah die Feuergenasi sich eine Weile im Raum um, als müsse sie sich erst vergewissern, dass der Schatten wirklich nicht mehr hier war, dass er bei Zramag geblieben war, wie er sollte.
Schließlich nickte sie. „Er hat seinen Schatten wieder. Es hat funktioniert.“
„Teilweise“, warf Rakalla ein. „Manches kehrt zurück. Anderes … nicht.“
Auch Haer'Dalis trat wieder näher, blieb am Rand der Werkbank stehen und betrachtete nachdenklich den nun dunklen Kristall. „Das Seelenfragment?“
Die Medusa nickte ernst. „Es ist gegangen. Aber nicht zurück zu Zramag. Es … wie soll ich das ausdrücken? Es schwebte einfach die Gasse entlang, bis es aus meiner Wahrnehmung verschwunden war. Ich kann leider nicht sagen, wohin es gegangen ist.“
Andere mochte es beunruhigen, dass sie diese Dinge sehen konnte. Dass sie sogar auf sie zugreifen konnte, wenn sie wollte. Rakalla erkannte beispielsweise in Amariels Blick ein gewisses Unbehagen bei diesem Thema. Doch Haer'Dalis fühlte ganz offensichtlich nicht so. Im Gegenteil, er musterte sie mit unverhohlener Begeisterung. Sie lächelte ihm kurz zu, noch immer unsicher, ob dies nur die Reaktion eines guten Freundes war, vielleicht auch eines anderen Beobachters, der ihre Philosophie teilte … oder ob es mehr bedeutete. Doch wie so oft war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Rakalla räusperte sich und ließ ihren Blick rasch zurück zu der Werkbank wandern, über den erloschenen Kristallsplitter, Krixxis und Figaros komplizierten Lichtbündelungsapparat, die Glasschale, in der sich nun ihre und Amariels Tinkturen vermischten.
„Dann wissen wir nun zumindest Bescheid“, sagte Figaro sachlich. „Beim nächsten Kristall könnten Amariel, Krixxi und ich das Herauslösen übernehmen. Und du könntest dem Seelenfragment folgen. Vielleicht kannst du herausfinden, wohin sie gehen.“
Rakallas Blick wanderte zu Amariel. „Bist du damit einverstanden? Sollen wir alle Schatten – und somit auch Seelenfragmente – aus den Kristallen lösen?“
Die Halbelfe nickte. „Präfekt Runako hat mir in diesem Fall die Entscheidungshoheit übertragen. Und ich denke, es ist das Richtige. Lassen wir sie frei.“
„Gut, dann werden wir sie zurückgeben. … Die Schatten zumindest.“ Rakalla öffnete die Kiste, in der die übrigen Kristalle lagen, und ein blaues Leuchten erfüllte den Raum.
Für einen Moment standen sie alle einfach da, vereint durch etwas, das sich zwar befreiend anfühlte, aber dennoch nicht wirklich gefeiert werden konnte. Immerhin, dort draußen hatte ein Githzerai seinen Schatten zurück. Und drinnen wusste Rakalla, dass sie mit Seelenfragmenten interagieren konnte, ohne sie zu beschädigen. Zerstörerin hin oder her, das war auch etwas wert.
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Der von Krixxi erwähnte Leonin-Paladin Kanoro wurde in einer Familien-Pen-and-Paper-Runde von meinem Mann (Naghûls Spieler) gespielt, in der ich selbst Krixxi spielte.






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