Vor dem ersten Kapitel von "Sündenfall" werfen wir einen kurzen Blick auf fünf Charaktere, die bereits in den vergangenen Teilen vorkamen, nun erneut eine Rolle spielen und bisher noch keinen Eintrag im Dramatis Personae erhalten haben.
Die Dunkelelfe Dilae Tor'ana stammt aus Svartalfheim, dem Reich der Göttin Eilistraee auf Nidavellir, der dritten Schicht von Ysgard. Die Bardin und Priesterin der Dunklen Maid zog später nach Sigil und schloss sich dort der Freien Liga an. Dilae ist eine der Erwählten der Ring-Prophezeiung, und zwar die Tänzerin. Sie besitzt die Fähigkeit, die mit bestimmten Orten verbundene kosmische Melodie der Ebenen zu hören und durch ihren Tanz Illusionen zu erschaffen und für eine gewisse Zeit real werden zu lassen. Zu ihrer Gruppe von Erwählten gehören der Luftgenasi Magier Yelmalis, die halborkische Amazone Garush, der Tieflings-Psioniker Tarik und der Yuan Ti Sekhemkare.
Dilae ist selbst für eine Elfe zierlich gebaut und etwa 1,60 m groß. Sie hat anthrazitfarbene Haut, langes, silberweißes Haar und türkis-blaue Augen. Auf Reisen oder wenn sie sich auf dem Großen Basar aufhält, trägt sie oft praktische, purpurfarbene Kleidung. In ihrer Rolle als Priesterin der Eilistraee kleidet sie sich aber auch manchmal in silbrige und weiße Gewänder, die viel von ihrem schönen Körper enthüllen. Sie trägt silbernen Schmuck mit Mondsteinen und immer gut sichtbar das heilige Symbol ihrer Göttin.
Dilae macht im Allgemeinen einen freundlichen, heiteren und oft fröhlichen Eindruck. Sie steht trotz ihres bemerkenswerten Aussehens offenbar nicht besonders gerne im Mittelpunkt und überlässt die Führungsrolle lieber anderen. Die einzige Ausnahme ist der Tanz. Dies scheint die einzige Situation zu sein, in der sie die Aufmerksamkeit anderer genießt. Was sie sehr aufbringt sind Ungerechtigkeit und die Einschränkung persönlicher Freiheiten. Insgesamt scheint sie recht freigeistig und individualistisch veranlagt zu sein.
Der Tiefling Tarik stammt aus den Außenländern und zwar aus dem vedisch geprägten Reich Tharpura. Dort schloss er sich auch dem Zeichen des Einen an und zog später nach Sigil, wo er nun als Sekretär für Bundmeisterin Darius arbeitet. Er ist Psioniker mit einem Schwerpunkt auf den Gebieten der Präkognition und des Objekte Lesens. Tarik ist einer der Erwählten der Ring-Prophezeiung, und zwar der Träumer. Er besitzt die Fähigkeit, in die Träume anderer einzutauchen oder ihnen durch Träume Botschaften zu schicken. Zudem kann er mit der wenig erforschten Traumebene Kontakt aufnehmen und sich sogar dorthin begeben und auf diese Einfluss nehmen. Zu seiner Gruppe von Erwählten gehören der Luftgenasi Magier Yelmalis, die halborkische Amazone Garush, die dunkelelfische Eilistraee-Klerikerin Dilae Tor'ana und der Yuan Ti Sekhemkare.
Der attraktive junge Mann ist von mittlerer Größe und hat dunkle Haut sowie tiefschwarzes Haar. Das einzige Merkmal, das äußerlich auf sein Tieflingserbe hinweist, sind seine roten, im Dunkeln leicht glühenden Augen. Er ist meist in leichte Gewänder gekleidet, die entweder aus sehr hellen oder auch farbenfrohen Stoffen bestehen und dem vedischen Stil seiner Heimat Tharpura entsprechen.
Tarik verhält sich meist ruhig und still, ja fast unauffällig. Er wirkt sehr offen und macht einen freundlichen, hilfsbereiten Eindruck. Dennoch bleibt in seiner Gegenwart jenes unbestimmte Gefühl, das man bei Tieflingen eigentlich immer hat, egal wie es um ihr Herz bestellt ist: eine Ahnung, dass da noch mehr ist, ein feuriges Erbe, das irgendwann an die Oberfläche treten könnte, und sei es nicht zerstörerisch, so doch wenigstens impulsiv.
Sekhemkare ist ein Yuan-Ti und stammt aus Sigil, seine Vorfahren lebten allerdings in Smaragd, dem Reich des Yuan Ti-Gottes Merrshaulk in der Abyss. Der Warlock ist ein Mitglied des Prädestinats sowie einer der Erwählten der Ring-Prophezeiung, und zwar der Rufer. Er besitzt die Fähigkeit, die Seelenfragmente mächtiger, alter Wesenheiten anzurufen, die nicht zu ihren Bestimmungsorten in den Ebenen gingen, sondern seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden ziellos durch das Multiversum irren. Mit diesen Fragmenten kann er sich zeitweise verbinden, so dass er einen Teil von deren Wissen, aber auch besondere Fähigkeiten erlangt, wie zum Beispiel Teleportation oder durch Wände sehen. Zu seiner Gruppe von Erwählten gehören der Luftgenasi Magier Yelmalis, die halborkische Amazone Garush, die dunkelelfische Eilistraee-Klerikerin Dilae Tor'ana und der Tieflings-Psioniker Tarik.
Sekhemkare ist ein so genannter halbblütiger Yuan Ti, besitzt also einen humanoiden Körperbau mit jedoch vielen schlangenhaften Merkmalen: Er hat einen Schlangenkopf mit langem Hals, grüne Schuppen und zusätzlich zu zwei Armen und zwei Beinen auch einen Schlangenschwanz. Damit steht er in der Gesellschaft der Yuan Ti über den fast menschlich erscheinenden Reinblütigen, aber unter den fast ausschließlich schlangenartigen Yuan Ti der höchsten Kaste. Er ist meist vornehm gekleidet, entweder in einen Anzug mit grün-goldenem Wams oder in schwarz-rot-grüne Roben.
Wie viele Angehörige reptiloider Völker ist Sekhemkare für Humanoide schwer einzuschätzen. Nicht nur seine völlig anderen Gesichtszüge und die fremdartige Mimik tragen dazu bei, auch die Tatsache, dass Yuan Ti sich in ihrer Emotionalität von Humanoiden ebenso sehr unterscheiden wie in ihrem Äußeren. Oft wirken Reptiloide daher auf Warmblüter entweder aggressiv oder hochmütig und abweisend. Inwieweit dies auf Sekhemkare wirklich zutrifft oder nur eine gängige Fehleinschätzung ist, können vielleicht nur die anderen Mitglieder seiner Gruppe wirklich beurteilen.
Mallin ist der amtierende Bundmeister der Gnadentöter. Der Aasimar stammt von der Ebene Acheron, wo er während eines Kampfes auf dem Schlachtfeld geboren wurde. Seine Mutter starb, als er noch ein Kind war, daher war er früh auf sich gestellt. Er wurde als Jugendlicher von einer Gruppe von Gnadentöter-Paladinen gefunden und in den Bund aufgenommen. Kurz darauf wurde er zum Paladin des Hoar. In Sigil stieg er rasch in den Reihen des Roten Todes auf und wurde Nachfolger von Bundmeisterin Votohm. Mallin scheint geradezu eins mit seiner Rüstung zu sein. Man sieht ihn nur am Tag der Schmerzen oder bei seinen seltenen Besuchen der Thermen des Großen Gymnasiums ohne sie.
Für einen Aasimar menschlicher Abstammung ist Mallin sehr groß. Mit über zwei Metern überragt er die meisten Menschen deutlich. Er ist zudem sehr breitschultrig, was durch die schwarze Rüstung noch unterstrichen wird und ihn so zu einem sehr beeindruckenden - und auch einschüchternden - Anblick macht. Das einzige Merkmal seines himmlischen Erbes ist der goldene Glanz seiner Augen, ein merkbarer Gegensatz zu seinem sonstigen Erscheinungsbild und auch den Narben, die sich durch sein Gesicht ziehen. Sein Haar ist schwarz und zeigt nur wenige grauen Strähnen, obgleich er die fünfzig - oder was bei einem Aasimar diesem Alter entspricht – wohl bereits deutlich überschritten hat. Sein wirkliches Alter ist unbekannt.
Mallin ist sehr direkt, ja oft schroff und barsch in Ton und Verhalten. Er führt seinen Bund wie auch das Gefängnis in Sigil mit eiserner Hand, wobei er jedoch als sehr korrekt und gerecht gilt. Unter seiner Führung kam es im Gefängnis - anders als unter vorangegangenen Bundmeistern der Gnadentöter - nicht zu illegalen Folterungen noch verschwanden Gefangene unter ungeklärten Umständen aus ihren Zellen. Mallin ist unnachgiebig und oft stur, jedoch niemals willkürlich und in seinem Streben nach Gerechtigkeit aufrichtig. Er scheint sowohl Arwyl Schwanensohn, einen aufstrebenden Paladin des Torm, als auch die junge Alisohn Nilesia zu protegieren.
Hashkar ist seit 126 Jahren Bundmeister der Bruderschaft der Ordnung , und da er sein Amt sehr kompetent ausfüllt, könnte er dem Bund aufgrund der Langlebigkeit der Zwerge noch eine ganze Weile vorstehen. Seit einiger Zeit macht in Sigil ein bemerkenswertes Gerücht über Hashkar die Runde: Er sei ein Bittsteller, also die manifestierte Seele von jemandem, der bereits verstorben ist und nun sein Leben nach dem Tod in den Äußeren Ebenen verbringt. Es gibt hierfür keinen Beweis, aber einige Indizien. Zum einen ist Hashkar extrem fixiert auf eine bestimmte Sache, in diesem Fall seine Forschungen, und zwar deutlich mehr als selbst die besessensten Gelehrten und Professoren es normalerweise sind. Dies ist oft ein Merkmal von Bittstellern, die sich auf einen ganz bestimmten Aspekt ihrer Ebene konzentrieren, um letztlich mit dieser zu verschmelzen. Zum anderen verlässt Hashkar niemals die Stadt Sigil. Bittsteller verlassen ebenso nie ihre Heimatebene, da ein Tod außerhalb dieser zur Vernichtung und zum Verlust ihrer Seele führen würde. Es ist nicht bekannt, dass Hashkar Sigil je verlassen hätte, er besucht nicht einmal das Hauptquartier der Herrschner auf Mechanus, was für einen Bundmeister extrem ungewöhnlich ist. Gegen diese Theorie spricht aber, dass Sigil eigentlich keine Bittsteller hat. Die Dame verbietet Ihre Verehrung und neutrale Seelen gehen in die Außenländer, nicht nach Sigil. Sollte Hashkar also tatsächlich ein Bittsteller Sigils sein, wäre er möglicherweise der erste.
Hashkar ist selbst für einen Zwerg relativ klein, sein Haar und der lange Bart sind schneeweiß. Er ist meist in edle Gewänder gekleidet, bevorzugt in Blautönen. Oft wirkt er abwesend und zerstreut und wer ihn nicht kennt, kann ihn durchaus mit einem gewöhnlichen Schreiber verwechseln.
Während Hashkars Erscheinungsbild eher unauffällig ist, ist sein Intellekt umso bemerkenswerter. Er scheint Informationen wie ein Schwamm aufzusaugen und sein außergewöhnlich großes Wissen in den unterschiedlichsten Disziplinen ließ ihn rasch in den Rängen des Bundes aufsteigen. Hashkar verbringt nahezu seine gesamte Zeit entweder mit Lesen oder Lehren. Er hält oft Vorträge und Lesungen, für die Mitglieder des Bundes, aber auch allgemein zugängliche. Jedoch auch im privaten Gespräch neigt der alte Zwerg zu sehr ausschweifenden Antworten. Dass manche Fragenden nach kurzen und einfachen Antworten suchen, scheint für Hashkar schwer verständlich zu sein.




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